im Herzen des Gebietes

Von Combourg bis zum Kanal Ille-et-Rance

Der Kanal Ille-et-Rance als Faden der Ariadne... An den Ufern spazieren oder auf der Brücke einer Jacht mitfahren.

Auf dem Wasser...

Wussten Sie das schon? Bei seinem Bau wurde eine Schleusentreppe aus 11 Schleusen gebaut, um den Schiffen die Überbrückung von 27 Metern Höhenunterschied zu ermöglichen. Hier muss man sich in Geduld üben...
Der Kanal war lange Zeit der Mittelpunkt des regionalen Lebens: aufgrund der Seeblockade durch die Engländer musste man eine Alternativlösung finden, um die Versorgung der Militärhafen zu sichern, indem man ein Netzwerk aus Binnenwasserwegen nutzte. In diesem Sinne wurde der Kanal erbaut, der ab 1804 die Städte Rennes und Saint-Malo verband. Am 28. Oktober 1832 wurde er zur Schifffahrt zugelassen. Mehrere Bäche wie der Bach Boulet in Dingé wurden gegraben, um den Kanal mit Wasser zu versorgen. Dieser 17 km lange Bach ermöglichte die Umleitung des Wassers vom See Boulet zum Kanal über Aquädukte und Siphons. Heutzutage befahren nur noch Jachten und Freizeitsegler den Kanal.

Auf dieser Spazierfahrt können all die schönen Haltestellen am Wasser erkundet werden: Hédé-Bazouges, Tinténiac, Québriac, La Chapelle-aux-Filtzméens, Saint-Domineuc und Trévérien bieten Augenblicke wahrer Entspannung und Wellnessmomente. Hier herrscht Ruhe und Stille. Die Natur ist überall...

Um noch mehr davon zu profitieren und zur Freude der ganzen Familie wurde der Treidelpfad von Hédé-Bazouges bis nach Trévérien zum Radweg umgebaut. So können Sie zu Fuß oder auf dem Rad die lokalen Schätze entdecken! Auf acht Radspazierwegen (Vélos Promenades®) durchstreifen Sie die Umgebung. Lassen Sie keinesfalls die Ausfahrt im Kanu in Saint-Domineuc aus: eine andere Art, den Kanal am und auf dem Wasser zu entdecken...

Die Natur

Hier, in der Bretagne Romantique finden Sie einen der „grünen Lungenflügel“ des Landes: den Wald von Mesnil, der sich über die Gemeinden Tronchet und Mesnil Roc‘h erstreckt.

Der staatliche Forst misst 522 ha und war Eigentum von Robert Surcouf, einem Freibeuter aus Saint-Malo zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert, der die Meere Europas und Indiens besegelte. Durch den staatlichen Kauf des Waldes 1933 wird dieser zum staatlichen Forst. Hier versorgt sich die Marine für die Werften in Saint-Malo mit Holz. Instandgehalten wird er von der französischen Forstbehörde ONF. Er besteht zu drei Vierteln aus Laubbäumen, zu einem Viertel aus Nadelbäumen. Der Wald lädt Sie zu einem Spaziergang auf einem seiner zahlreichen Spazier- und Radwege mit klingenden Namen ein: „Les Bateaux naissent en Forêt“ (Schiffe werden im Wald geboren), „Le Sentier du Corsaire“ (Der Pfad des Freibeuters), „La Rive du Lac“ (Das Seeufer), „La Maison des Feins“ (Das Feenhaus)...
In Mesnil Roc‘h, im Herzen des Waldes erstreckt sich das Galeriegrab namens „La Maison des Feins“ (Feenhaus). Das Grab liegt auf den Gründen des Baron Surcouf und wird im Laufe der Jahre von Miss Collum und Sir Robert Mond ausgegraben und restauriert. Die Arbeiten fördern zahlreiche gallische Keramiken zutage. Ein auf der rechten Seite liegendes Skelett in zusammengekauerter Haltung und Vasen, Perlen und lange Messer werden ausgegraben.

Nicht weit von dort lässt Sie auch eine lokale Besonderheit nicht aus dem Staunen herauskommen: die Gemeinde Mesnil Roc‘h ist Heimat von Erzvorkommen, von denen eines immer noch abgebaut wird. Seine Originalität liegt in seiner Farbe begründet. Man nennt es den blauen Granit: er verleiht den Behausungen einen einzigartigen Anstrich. Besuchen Sie den Granitgarten in Lanhélin und lernen Sie das Gestein besser kennen. Dort gibt es eine Ausstellung mit dutzenden gewaltigen Skulpturen aus Granit aus aller Welt.

Schließlich stehen Ihnen zahlreiche Wanderwege, Reitwege, Radwege und Mountainbikestrecken zur Verfügung, die die Gemeinden von Trémeheuc durchziehen, wie der „Circuit des Éoliennes“ (Weg der Windräder), Bonnemain, Plesder, Cuguen, Lourmais, Meillac. Alle Schwierigkeitsgrade sind vertreten. Groß und Klein, auf ins Grüne! In der Touristeninformation und in den Informationsbüros stehen Wanderführer zum Verkauf.

Ein Land und seine Männer

Die Bretagne Romantique, Land der Schriftsteller.

Der bekannteste von Ihnen, François-René de Chateaubriand (19. Jahrhundert) verlebte einen Teil seiner Kindheit in Burg Combourg, die sich im „stillen Weiher“ darunter spiegelt.  Die Umgebung hinterließ beim jungen Chateaubriand tiefe Eindrücke. In seinen Erinnerungen von jenseits des Grabes berichtet er: „Hier, im Wald von Combourg wurde ich zu dem, der ich bin.“ Seine Präsenz hinterlässt in der mittelalterlichen Burg (11. - 15. Jahrhundert) immer noch ihre Spuren. Sie wird von seinen Nachfahren bewohnt. Die Burg kann von Februar bis November besichtigt werden.

Combourg wurde wegen seines Charmes und des Kulturerbes zur „Petite Cité de Caractère“®. Ein absolutes Muss: die sogenannte Wiege der Romantik (vgl. Chateaubriand, oben abgebildet) verfügt über schöne mittelalterliche Häuser, kleine Gassen und einen zentralen Platz für Fußgänger, der sich gut für eine Pause eignet. Einen Versuch wert: ein Spaziergang rund um den „stillen Weiher“ nebst Informationstafeln zur Geschichte und zum lokalen Kulturerbe.

Kulturerbe

Reichtum und Vielfalt sind die Stichworte, die das Kulturerbe der Bretagne Romantique ins Gedächtnis rufen.

Die Region von Trimer, Saint-Thual, Longaulnay und La Baussaine verfügt immer noch über zahlreiche Lehmhäuser, die aus Strohlehm gebaut wurden. Manche wurden prachtvoll renoviert. Die Kirche Saint-Léon zählt zum bemerkenswerten Kulturerbe der Gemeinde. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert und steht 1926 unter Denkmalschutz. Sie wurde Papst Leo dem Großen gewidmet.
Die Bretagne Romantique befindet sich inmitten eines Ensembles mittelalterlicher Burgen, die zum Großteil der Verteidigung dienten: Schloss Montmuran (12. Jahrhundert) in Les Iffs verfügt noch über eine funktionierende Zugbrücke, Burg Combourg, Schloss La Bourbansais (16. Jahrhundert) in Pleugueneuc, Schloss Lanrigan (15. Jahrhundert) etc. Die Mehrzahl von ihnen steht zur Besichtigung zur Verfügung.
Zu guter Letzt steht ein Zwischenstopp in Tinténiac auf dem Programm, um sich des reichhaltigen architektonischen Kulturerbes bei einem Spaziergang auf dem Erkundungsrundweg gewahr zu werden. Die Kirche Sainte Trinité wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vom Architekten Regnault erbaut und ist eines der Hauptelemente des Kulturerbes der Gemeinde. Nebst ihrem romanisch-byzantinischen Stil verfügt sie über äußerst besondere Merkmale: Türmchen, Kuppeln und Laternen. Im Stadtzentrum gibt es ebenfalls Sehenswertes wie die Häuser mit Vorbauten, die Grand‘Maison, aus dem 15. bis 19. Jahrhundert...
Nicht weit von dort entfernt, geizen auch andere Kirchen nicht mit ihrem Charme: die Kirche von Les Iffs aus dem 16. Jahrhundert ist immer noch von ihrem Friedhof umgeben. Bemerkenswerte Vorhalle mit drei Arkaden. Nicht verpassen: das schöne Ensemble aus neun Glasfenstern aus dem 16. Jahrhundert, auf dem die Namen zahlreicher Spender und Gönner stehen. Die Fontaine Saint-Fiacre - der Schutzpatron der Gärtner - in Les Iffs ist das einzige Brunnenhaus im Departement. Ganz in der Nähe in Saint-Brieuc-des-Iffs befindet sich eine charmante Kirche, die ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert stammt. Hier erstrahlen Balkenwerk und Tierköpfe in lebendigen Farben, ein einzigartiger Fall in der Region! Sehenswert: die beiden Eiben, die älteste mit 6 Meter Umfang soll über 900 Jahre alt sein! In Cardroc wurde die heutige Kirche im 16. und 17. Jahrhundert nach und nach auf dem Standort der ehemaligen mittelalterlichen Kirche erbaut und 2007 schön restauriert. Der Tour-Porche schützt noch immer das Beinhaus im ersten Stock.

Weitere architektonische Kuriosität: die Kirche von Saint-Léger des Prés nahe Combourg verfügt über ein Gewölbe in Kielbogenform und einen schönen umfriedeten Pfarrbezirk.

Die lokale Geschichte wurde ebenfalls stark vom Lein- und Hanfanbau geprägt. Drei Erkundungswege und Themen gibt es mit der Familie zu entdecken, ein interaktiver Spaziergang mit GPS: die Arbeit der Landwirte, der Arbeitsalltag der Weber und der Händler.